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Mo Asumang: Mo und die Arier-Allein unter Rassisten und Neonazis

21.05.2019 CJD Droyßig « zur Übersicht

Am Freitag, den 17.05.2019, besuchte die afrodeutsche Schriftstellerin und Filmregisseurin Mo Asumang unserer Schule. Angereist kam sie aus Berlin, welches sie derzeit ihre Heimat nennt. Aufgrund einer Morddrohung von den „White Aryan Rebels“, einer Neonazi-Band, und weiteren Erniedrigungen wegen ihrer afrodeutschen Herkunft, begann vor einigen Jahren ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus und den Neonazis.

Sie begab sich zuerst auf Spurensuche, um den Ursprung des Begriffes „Arier“ herauszufinden. Dafür reiste sie in den Iran, wo sie die echten Arier – eine im Iran lebende Volksgruppe – kennenlernte  und feststellte, dass der ursprünglich aus der Sprachwissenschaft stammende Begriff „Arier“ ein Urvolk aus dem indisch-persischen Raum war und der Begriff der „Arier“ von den Nazis missbraucht worden war. Ihre Reise führte sie weiter in die Vereinigten Staaten, wo sie unter anderem eine Begegnung mit einem Mitglied des rassistischen, gewalttätigen und immer noch aktiven Geheimbundes Ku Klux Klan, hatte.

Nach einem eindringlichen Grußwort, das der extra angereiste Landrat Götz Ulrich an unsere Schulgemeinde richtete, begann Mo Asumang mit einer kurzen Lesung aus ihrem Buch „Mo und die Arier“. Anschließend wurde uns ein Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm „Die Arier“ gezeigt, der sich mit Mo Asumangs offenen Konfrontation mit Rassisten, Neonazis und Vertretern des Ku Klux Klans beschäftigt. Er dokumentiert außerdem, auf welche Art sich Mo Asumang Menschen näherte, die sie hassen. Der Film zeigt Aufnahmen von Demonstrationen der Neonazis, bei denen Mo Asumang einzelne Neonazis direkt fragte, was ihre Gründe seien, warum sie Deutsche mit Migrationshintergrund so verabscheuen würden. Darauf bekam sie gar keine oder diskriminierende Antworten. Die Bilder und die Worte des Films entlarven die im Film dargestellten Rassisten auf beeindruckende Weise.

Im Anschluss an die Filmvorführung eröffnete Mo Asumang eine Diskussions- und Fragerunde. Dort wurden zum Beispiel Fragen wie: „Warum tun Sie sich das an?“ oder „Hatten Sie nicht Angst, als Sie einem Mitglied des Ku Klux Klans gegenüber standen?“ gestellt. Zusammenfassend waren ihre Antworten darauf, dass sie die Hintergründe des Rassismus begreifen und die Rechtsextremen ein Stück weit verstehen wollte. Außerdem stellte sie sich die Fragen, ob es überhaupt eine Möglichkeit geben kann, sich diesem Thema in korrekter Weise zu nähern und woher der Begriff „Arier“ stammt. Auf die Frage nach ihrer Angst antwortete sie, dass sie eine Strategie des Fragens entwickelt habe, die sie die Angst etwas vergessen lasse.

Abschließend kann ich selbst sagen, dass die Begegnung mit Mo Asumang und dem Film „Die Arier“ für mich unglaublich bereichernd und emotional berührend zugleich, aber auch sehr erschreckend war, da mich die Brutalität und die extreme Vorgehensweise der Rassisten und Neonazis gegen in diesem konkreten Fall, Mo Asumang, sehr getroffen und erschüttert haben. Ich hoffe sehr, dass zumindest jeder, der die Möglichkeit hatte, sich diese überragende Präsentation anzusehen, Mo Asumangs Anliegen verstanden und verinnerlicht hat.

Agnes Renker

Klasse 10a

 

 

P.S. Diese Veranstaltung konnte zustande kommen, da sie durch die Landeszentrale für politische Bildung und die Fürst-Otto-Victor-Stiftung Droyßig unterstützt wurde. Vielen Dank dafür.