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Impressionen von der Club of Rome-Jahrestagung

22.11.2018 CJD Droyßig « zur Übersicht

Wie soll das gehen? Lernen in digitalen Zusammenhängen – Impressionen von der Club of Rome-Netzwerkkonferenz in Lüneburg 2018

 

Was erwartet man von einer Konferenz, die sich dem Thema „Transformatives Lernen in digitalen Zusammenhängen! Wer prägt wen?“ widmet.

In erster Linie wohl verschiedene Ansätze, wie man den Herausforderungen einer Zukunft, die in weiten Strecken durch Digitalisierung geprägt sein wird, mit sinnvollen Angeboten in der Schule begegnen kann.

Und mit genau diesen Vorstellungen begab sich die Club of Rome-Gruppe, bestehend aus den Schülerinnen Alessia Schneider und Charlotte Berlin, den beiden Lehrern Karin Ehrlich-Hoffmann und Andreas Renker sowie der Elternvertreterin Susann Sittel-Felix, vom 8. – 10. November 2018 in die Leuphania Universität nach Lüneburg. 

 

Der Tagungsort war klug gewählt. Die Leuphania Universität, die sich selbst die Aufgabe gestellt hat, „Freiheit und Verantwortung für das Allgemeinwohl“ zu übernehmen, setzt als eine der ersten Fachhochschulen Deutschlands bewusst auf die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Davon kann auch das beeindruckende Zentralgebäude mit dem Libeskind-Auditorium berichten, welches zum wesentlichen Tagungs- und Begegnungsort für die Teilnehmer wurde.

Und so begrüßte das Auditorium die Club of Rome-Gruppe auch sofort interaktiv. In einer ERLEBNIS-BINGO-WELT konnten sich die SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern sowie Vertreter verschiedener Bildungspartner nicht nur mit dem Thema Digitalisierung vertraut machen. So wurden an diversen Mitmach-Stationen tiefe Einblicke in die Handygewohnheiten gewährt, über eine Zoom-Station eine Videokonferenz abgehalten oder im App-Camp nach einem heißen Draht gesucht. Gleichzeitig kam es im Mensch-Maschinen-Ballett auch zu Bewegung und Begegnung. Im Kilhans Dogong-Orakel konnte man sich von einer Gabelschwanzseekuh die Karten legen lassen, in einer Zuhör-Ecke einem Menschen seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken oder bei Wonder-Human während einer Meditation erst einmal zu sich finden. Insgesamt gab es für jeden Konferenzteilnehmer in dem ca. einstündigen Auftakt die Möglichkeit, in Ruhe anzukommen, sich mit Themen und Menschen vertraut zu machen und den Ort auf sich wirken zu lassen. Spannend war gleich zu Beginn der Balanceakt zwischen digitalen und analogen Begegnungsräumen.

 

Der offizielle Auftakt eröffnete dann einen Vorgeschmack auf die kommenden drei Tage. Alle Konferenzteilnehmer begaben sich in einen großen Kreis und wurden vom Hosting-Team, welches durch die Tagung führte, dazu animiert, miteinander ins Gespräch zu kommen. Diese Ebene der zwischenmenschlichen Begegnung stellte dann das Grundkonzept der gesamten Tagung dar. Zunächst aber wurden durch eine Auftaktdiskussion, u.a. mit Dr. Maja Göpel und Prof. Dr. Matthias Barth Impulse gegeben, wie man der Transformation unserer Welt begegnen kann.  Diese Denkanstöße konnten dann in den sich anschließenden Gesprächen aufgegriffen und vertieft werden.  Über verschiedene dialogisch ausgerichtete Methoden galt es dann in den nächsten Stunden und Tagen nach Antworten zu suchen, nach Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zukunft.  Über die Ebenen ERKUNDEN, ERFASSEN, ERKENNEN, ERSCHAFFEN und ERWACHSEN näherten sich die Teilnehmer den Fragen, wie man junge Menschen dabei unterstützen kann, selbstständige GestalterInnen einer nachhaltigen Zukunft zu werden und wie Schule eine Kultur des zwischenmenschlichen Miteinanders lebendig machen kann, die Wertebewusstsein einbezieht.  Das Thema der Digitalisierung wurde dabei nicht bewusst in den Focus gestellt, so dass sich viele Teilnehmende fragten, wann wir denn eigentlich genau darüber diskutieren werden. Die Antwort lag in der Konzeption der Konferenz selbst. Nur über einen wertschätzenden Umgang mit seinen Mitmenschen und der Umwelt kann man den digitalen Herausforderungen einer transformativen Welt begegnen.

 

Auf der Ebene des ERWACHSENS entwickelten die SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern dann konkrete Vorhaben, die einen solchen zukunftsorientierten Umgang im Lebensraum Schule ermöglichen könnten.

Insgesamt überzeugte die Konferenz vor allem dadurch, dass die Anliegen in der Gesamtgestaltung umgesetzt wurden.  Nicht nur die inhaltliche Ausrichtung der Konferenz stellte den Menschen in seiner Welt in den Mittelpunkt. Auch die rein vegetarische Versorgung der KonferenzteilnehmerInnen und die Gestaltung des Abendprogramms mit Angeboten wie z.B. Meditation oder Theater  zeigte, dass es Menschen hier ernst meinen damit, Zukunft für alle verantwortungsbewusst zu gestalten.

 

Weitere und ausführlichere Reflexionen der CoR Jahrestagung finden sich unter https://www.club-of-rome-schulen.org/konferenz-2018.

 

Susann Sittel-Felix, Club of Rome Elternvertreterin